Dienstag, 4. Januar 2011 - 14:27 Uhr
Verlässlichkeit...
Weihnachten ist die Zeit der Wünsche. Ruhe, Frieden und viele Auftritte wünscht man sich auch als Theatermacher vom "Theater Sturmvogel". Und dann noch eines: Verläßlichkeit. Und richtig, verläßlich kommt er wieder, dieser freundliche Brief von der BfA- Die Rente ist sicher! Knapp 400 Euro Rente wird man als freier Künstler im Durchschnitt einmal bekommen, wenn alles gut geht. Aber braucht man dieses Geld überhaupt? Ein Künstler arbeitet schließlich lebenslang. Moliere ist auch tot von der Bühne gefallen, und Jopi Heesters singt noch immer gegen Gage. Nicht alles ist so verläßlich: Auf einmal darf man jetzt das neu gekaufte Funkmikrofon für die Bühne gleich wieder wegwerfen. Denn die Bundesregierung hat die Funkfrequenzen neu geregelt, und braucht die Mikrofonfrequenzen jetzt für das neue schnelle Internet. 3,4 Milliarden Euro hat die Regierung bei der Versteigerung der Frequenzen verdient, kann sich aber leider nicht mehr an ihr Versprechen erinnern, den Schaden bei den Theatern und anderen Künstlern zu ersetzen. Johannes Selle von der CDU sagt dazu: "So lange der Staat Schulden macht, hat man keinen Grund zu übertriebener Großzügigkeit." Versteht man ja auch, das Geld wird einfach für die Banken gebraucht, da ist man als Künstler gern solidarisch. Andere Institutionen sind viel verläßlicher, zum Beispiel die Tankstellen. Regelmäßig vor den Feiertagen explodieren die Preise, aber es gibt hier ein sehr erfreuliches und regelmäßig positives Phänomen : Immer Montags zwischen zehn und zwei ist der Sprit ungefähr fünf Cent billiger als den Rest der Woche. So kann man beim Tanken viel Geld sparen. Warum das so ist? Ein Naturgesetz, eine Laune der Statistik, ein Computerfehler oder reine Mildtätigkeit der Öl-Konzerne? Keine Ahnung, ist aber auch egal, Hauptsache, man kann sich darauf verlassen und der Tank wird günstig voll. Spannend ist auch, inwieweit Menschen verläßlich sind. Heiner Geißler schlichtet bei Stuttgart 21 natürlich rein zufällig durchaus verläßlich auf der Linie seiner Partei, andere werden für ihre Verläßlichkerit belohnt und wechseln von der Politik in die Wirtschaft, und irgendwie hat man immer das Gefühl, dass man das doch schon erwarten konnte. Doch gottseidank gibt es dann Orte, die man kennt, und die einem Künstler das Gefühl geben, nach Hause zu kommen. Zum Beispiel das franz. K in Reutlingen. Hier gibt es auch im nächsten Jahr ein kantiges Programm- worauf sie sich verlassen können!
Freitag, 29. Oktober 2010 - 09:32 Uhr
Eine Milliarde..
Da ist man als Kleinkünstler ja nun wirklich neidisch: eine MKilliarde Klicks auf Lady-Gaga-Videos bei Youtube. Das melden alle Medien mit Begeisterung, denn nichts ist so erfolgreich wie der Erfolg. Wenn man sich das teilweise doch sehr aseptische Gehampel auf den Videos selbst ansieht, macht man sich schon seine Gedanken, wo denn da die inhaltliche Bewertung bleibt... also wir spielen auch sehr gern für fünfzig Zuschauer, die engagiert dabei sind...
Samstag, 23. Oktober 2010 - 17:33 Uhr
Politik, USA im Irak
Aus der FAZ, die ja nun wirklich nicht links steht:"
In einem Bericht ist die Rede von einem irakischen Polizeichef, der eine Anklage gegen seine Beamten mit der Begründung ablehnte, der Gefangene zeige noch keine Wundmale. Ein anderer irakischer Vorgesetzter habe amerikanischen Ermittlern gegenüber ganz offen Folter „als Methode in den Ermittlungen befürwortet“. Die amerikanischen Streitkräfte hätten sich manchmal aber auch die Angst der Iraker vor den eigenen Sicherheitskräften zunutze gemacht. Dabei hätten sie Gefangenen gedroht, sie beispielsweise an die gefürchtete und brutale irakische Polizeieinheit „Wolfbrigade“ zu überstellen, um an Informationen zu kommen. Die schlimmsten Fälle von Missbrauch und Folter hätten sich in den späteren Kriegsjahren ereignet. Nachdem ein irakisches Polizeikommando den Selbstmord eines Gefangenen zu Protokoll gegeben hatte, brachte eine Autopsie unter amerikanischer Aufsicht ans Licht, dass „der Häftling Quetschungen und Verbrennungen am Körper hatte, wie auch sichtbare Verletzungen am Kopf, Arm, Oberkörper, Beinen und Hals“.
Im offiziellen Bericht der Amerikaner ist derweil vermerkt, dass die irakische Polizei „angeblich mit einer Untersuchung begonnen hat“. Es habe aber auch Fälle gegeben, in denen die Amerikaner entschlossen eingriffen: So hätten sie bei einem Besuch bei einer Polizeieinheit zwei ausgetrocknete Häftlinge mit zahlreichen blauen Flecken entdeckt, nachdem sie Schreie hörten. Die Gefangenen wurden dann aus irakischem Gewahrsam geholt. In einem anderen Fall stoppte ein amerikanischer Soldat einen Iraker, der in einer Militärpolizei-Station mit einem Elektrokabel die Fußsohlen eines Häftlings peitschte.
Samstag, 19. Juni 2010 - 16:16 Uhr
"Bitch- was isch au des?"
Wir sind happy, juchhu, Leute, wir haben den Beweis angetreten, dass Theater noch etwas bewegen kann- dass Menschen im Theater noch etwas lernen! Gestern super Auftritt in Ditzingen-Schöckingen im Alten Rathaus- unser Stück „Gangster Love“- New York, 30er Jahre, Mafia- volles Haus, die Bude rockt. Unser Obergangster Cheech, der nicht auf den Mund gefallen ist, läßt es sich nicht nehmen, das ein oder andere berühmte und auch derbe Schauspieler- Zitat vom Stapel zu lassen. Z.B. „Mann, piß die Wand an“ von Al Pacino oder: „Life is a bitch- and then you die“ von Stewart Granger- denn das Leben ist hart, wie wir alle wissen und am Ende...tja, da kommt dann eben Gevatter Tod- Pech! Dieses Zitat löste jedenfalls bei zwei Damen im Publikum einen Neuronen-Sturm im Gehirn aus. Wie wir in der Pause hören konnten, waren sie vollkommen aus dem Häuschen: „Bitch! Was isch jetzt au des?“ „Weiss net... bitch..?“ „Was ko des sei?“ „I weiss net- des werd I aber no rausfenda!“
Ja, Leute, das ist der Beweis! Theater bringt zum Nachdenken, da lernen die Leute noch was fürs Leben! Denn:
„Life is a bitch – and so am I!“
Eure Sandra
Sonntag, 2. Mai 2010 - 13:40 Uhr
Pläne,Pläne,Pläne
Endlich neigt sich die Theatersaison dem Ende entgegen, und wir kommen langsam dazu, mal durchzuatmen- Seit September ca 80 Auftritte, das hat geschlaucht- und war super, tolle Zuschauer und schöne Vorstellungen, und natürlich der Applaus, der größte Lohn eines jeden Schauspielers. Doch schon geht es los mit den Plänen für die neue Saison: Ein neues Kindertheater und eine neue Comedy-Produktion sollen entstehen, genaueres wird noch nicht verraten- und dann noch ein Projekt im Internet mit Videos usw. Aber da müssen wir uns natürlich technisch erst noch einarbeiten- Sandra hat auf jeden Fall schon den "Power"-Knopf an der Kamera gefunden, da kann dann nichts mehr schiefgehen..




