"Pendel" und "Maelstrom"

Unser Ausgangsmaterial

Wir haben zwei Geschichte von Poe neu dramatisiert, die "Grube und das Pendel" und der "Maelstroem"


Die Grube und das Pendel, Auszug

Ich träume. Ich träume dass ich in einem Gerichtssaal stehe, angeklagt der Hexerei. Als sie mich losbinden fühle ich, wie mir die Sinne schwinden. Nur schemenhaft sehe ich die Richter in ihren schwarzen Talaren. In ihren fratzenhaften Gesichtern sehe ich einen grausamen Ausdruck von Härte, unwandelbarem Entschluss und starrer Verachtung menschlicher Qual.
Mehrere Leute scheinen nacheinander zu reden, doch ich verstehe ihre Worte nicht. „Ruhe! Das Gericht der Inquisition verkündet sein Urteil. Der Anklage wird in allen Punkten stattgegeben.“ „ Nein, nein, das ist doch unmöglich!.“ „Die Angeklagte ist der Hexerei und Teufelsanbetung überführt. Sie weigert sich, zu widerufen. Deshalb wird sie verurteilt- zum Tode.“ Mir tost das Blut in den Ohren, als ich aus dem Saal gestossen werde, ein grauenhafter Schwindel überkommt meine Seele. Ich werde ohnmächtig. Als ich wieder zu mir komme, habe ich jedes Gefühl für Raum und Zeit verloren. Ich fühle, dass ich ohne Fesseln auf dem Rücken liege. Ich öffne meine Augen nicht- aus Angst. Zwar graut mir im Grunde nicht davor, gräßliche Dinge zu erblicken, ich schaudere vielmehr vor Angst, vielleicht gar nichts zu sehen. Endlich reisse ich in wilder Verzweiflung meine Augen auf und finde meinen grauenhaften Gedanken bestätigt. Die Finsternis der ewigen Nacht umschließt mich. Wo bin ich? Ein Grab? Nein, ich spüre, dass ich lebe. Welches noch grässlichere Schicksal erwartet mich? Welchen Tod hat man mir zugedacht?


Der Maelstrom

Bei den Lofoten-Inseln ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Das Wasser strömt mit 20 Knoten Geschwindigkeit, und die Strudel sind auch deshalb so stark, weil das Wasser hinter einem im Meer liegenden Felsen in die Tiefe stürzt und dort wieder aufgewirbelt wird. Alle sechs Stunden zwängen sich hier 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch eine nur 150 Meter schmale Meerenge. Als es noch keine Bootsmotoren gab, schluckte und tötete er jedes Jahr Fischer. Heute sind eher Touristen in kleinen Angelbooten gefährdet.
Kjell Lund, ein Fischer, erzählt: "Da waren zwei Schweden, die von der Strömung überwältigt wurden. Ihr Boot drehte sich im Kreis, aber sie wurden gerettet. Nur das Boot wurde runtergezogen und kam viel weiter stromabwärts im Fjord wieder hoch."
Die Legende will es, dass einst Mühlsteine auf den Meeresboden vor der norwegischen Küste fielen, und dass ihr ewiges Mahlen des Meersalzes die tödlichen Wirbel verursachen.


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